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Gesundheitspsychologie

Die Gesundheitspsychologie als Teilgebiet der Psychologie, ist eine Grundlagen- und anwendungsorietierte Forschung. Sie soll die Gesundheit fördern, vorbeugen und Behandlungen sowie Rehabilitation von Krankheiten unterstützen.

Es wird untersucht, was für Auswirkungen Emotionen, Kognitionen, Motivation und Verhalten auf die Gesundheit Einfluss haben. Ernährung, Stressbewältigung, Risikowahrnehmung aber auch individuelle Faktoren wie Persönlichkeit, Veranlagung, Informationsverarbeitung als auch Faktoren wie soziale Netzwerke und Verhaltensnormen werden berücksichtigt.

Stress und Gesundheit

Es gibt unterschiedliche psychologische Theorien zum Thema Stress. Die Vorgehensweisen die Stressempfindung und deren Beschreibung und Erklärung zu untersuchen, sind sehr unterschiedlich. Die Bezeichnung Stress kann je nach Theorie als Reaktion (fight or flight), als Reiz (z.B. kritisches Lebensereignis), als Transaktion (Stress als Prozess) oder durch Verlust von Ressourcen (Objekte und Gegenstände, Umstände wie z.B. eine Trennung, Fertigkeiten, Energieressourcen wie z.B. Geld oder Zeit) definiert werden.

Eine einheitliche Definition gibt es aufgrund der Vielseitigkeit des Begriffes Stress nicht.

Stresstheorien

  1. Reaktionsorientierte und psychophysiologische Stresstheorien
  2. Stimulusorientierte Stresstheorien
  3. Die kongitiv-transaktionale Stresstheorie
  4. Die Theorie der Ressourcenerhaltung

Emotional Detox: So kannst du dich von negativen Gefühlen lösen

Jeden Tag wird die Psyche mit Eindrücken geflutet wie ein übervoller Instagram-Feed – und zwar nicht nur mit positiven Empfindungen, auch mit negativen. Dabei können wir bei den eigenen Gedanken nicht einfach eine App schließen und uns vor manchen Gefühlen schützen. Die Psyche ist seit der frühesten Kindheit der größte Speicher von allem, was man erlebt hat. Woran man sich vielleicht gar nicht mehr erinnert – was man aber doch in manchen Situationen unterbewusst noch spürt. Gerade in der heutigen Zeit ist die eigene Wahrnehmung einem Überangebot ausgesetzt, das durch die Schnellebigkeit, die digitale Vernetzung und einen gesellschaftlichen Vergleich geprägt ist. Zeit für sich selbst ist ein Luxus, den man sich alle paar Wochen gönnt und die Psyche ein Mitspieler, der immer am Start sein sollte. Doch genauso, wie wir unserem Körper mit einer gesunden Ernährung oder Sport etwas Gutes tun, brauchen auch die Gedanken mal eine Pause. Um sich zu sammeln, um Dinge zu verarbeiten.

Die psychische Wellness bezeichnet man als Emotional Detox. Es ist eine Reinigung der Seele, die eigentlich viel mehr die Beschäftigung mit den eigenen Gedanken meint. Und Energie schenken soll, eben weil man sich seinen Ängsten stellt, negative Gefühle verarbeitet und Gedanken zu Ende denkt.

Emotional Detox: Inwiefern beeinflusst die Psyche den Körper?

Auf Dauer können sich Emotionen anstauen und sich als negative Gefühle im Körper sammeln, die Seele steht also unter Druck und kann sich ab einem gewissen Punkt nur noch schwer selbst befreien. Das passiert vor allem durch die Verdrängung von Konflikten oder Gedanken, die man nicht zugelassen hat. Das Problem: Nur weil man sie akut aus dem Kopf verbannt, sind sie langfristig noch nicht verschwunden – und können durch bestimmte Trigger immer wieder hervorgerufen oder durch neue Gefühle verstärkt werden.

Der Körper reagiert sehr flexibel auf verschiedene Situationen und kann sich auch an Belastungszustände gewöhnen. Man ist sich also irgendwann gar nicht mehr bewusst, dass man unter bestimmten Gedanken unterbewusst leidet. Das kann sich dann in anderer Hinsicht äußern und vom psychischen zum körperlichen Problem werden. Hier ist immer wieder die Rede von verschiedenen Symptomen, die gerade bei psychischen Problemen auftreten – darunter Schlaflosigkeit, Nervosität, Kopf- oder Bauchschmerzen und ein geschwächtes Immunsystem.

Wie erkennt man, dass man reif für Emotional Detox ist?

Psychische Belastungen sind oftmals schwer zu erkennen, gerade weil der Ursprung manchmal schon Jahre zurückliegt und erfolgreich verdrängt wurde. Doch auch körperliche Einschränkungen können einen Hinweis auf den psychischen Zustand geben. Vor allem dauerhafte Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Lustlosigkeit oder schlechter Schlaf zeigen, dass der Kopf überanstrengt ist und eine Pause gebrauchen könnte. Doch auch, wenn diese Symptome nicht auftreten, kann Emotional Detox dabei helfen, die Gedanken zu sammeln und sich selbst ein bisschen Ruhe zu gönnen.

Oftmals ist es erst die Summe aus vielen verschiedenen Stresssituationen, die zu einer insgesamt eher negativen Gefühlslage führt. Hier spielt zum Beispiel der Job eine Rolle, aber auch ein vollgepackter Alltag, zwischenmenschliche Spannungen und das Gefühl, immer für andere da sein zu müssen. Für eine gesunde Beziehung zwischen seinen Vorhaben und seiner Psyche sollte man sich also selbst hinterfragen und prophylaktisch entspannen, um keine Überlastungsmomente herauszufordern.

Emotional Detox: So wirst du negative Gefühle los

1) Beschäftige dich mit deiner Vergangenheit

Bei der Vergangenheit unterscheidet man zwischen zwei verschiedenen Zeiträumen: einmal die Kindheit und die Phase danach bis heute. In den meisten Fällen ist es so, dass das jüngst Erlebte sehr viel präsenter in den Gedanken ist und auf Abruf abgespielt werden kann. Das ist bei dem Erlebten der Kindheit anders. Letztere liegt zwar viele Jahre zurück, hat aber dennoch einen Einfluss auf spätere Verhaltensweisen. In der Psychotherapie ist die Rede von dem “Inneren Kind”, eine Annahme, die auf den Erkenntnissen von John Bradshaw aus den 1970er- und 80er-Jahren beruht, und ein therapeutischer Ansatz der Vergangenheitsbewältigung ist. Demnach werden Gefühle, Zurückweisungen oder Traumata aus der Kindheit im Unterbewusstsein abgespeichert, auch wenn das Bewusstsein sie aus Eigenschutz längst gelöscht hat. So ist im Erwachsenenalter nur noch schwer nachvollziehbar, auf welcher Grundlage man auf manche Trigger reagiert oder bestimmte Verhaltensweisen hat, die sogar bis zu psychischen Erkrankungen wie Borderline oder Persönlichkeitsstörungen führen können. Während das Innere Kind bei manchen Menschen nur in einer psychologischen Therapie aufgearbeitet werden kann, reicht es bei anderen, starke Emotionen zu hinterfragen, selbst bewusste Verbindungen herzustellen und sich so besser kennenzulernen.

Eine andere Art der Vergangenheitsbewältigung ist auf den zweiten Zeitraum – also die junge Vergangenheit – anzuwenden: Stelle dir selbst die Frage, ob es in deinem Leben Situationen gab, die dir bis heute ein unangenehmes Gefühl bereiten. Das kann zum Beispiel ein Streit mit einer Person sein, eine unabgeschlossene Aufgabe oder ein Fehlverhalten, das dir alleine bei dem Gedanken daran Stress bereitet. Hier kann es helfen, dieses Problem aus der Vergangenheit aktiv zu lösen: Das Gespräch mit Menschen zu suchen, sich selbst einzugestehen, dass man unter einem bestimmten Moment leidet und einen Weg finden, diesen Teil aus der Vergangenheit im Nachhinein zu verändern, um vollends damit abzuschließen.

2) Verbildliche deine Gefühle

Durch die ständige Vernetzung und Kommunikation hat es die Gesellschaft weitestgehend verlernt, für sich zu sein. Man muss sich nicht mehr mit den eigenen Gedanken auseinandersetzen, weil die Ablenkung stets präsent ist, und oft einfacher erscheint, als die Konfrontation. Dabei ist es für die Psyche und die Verarbeitung von Gefühlen unabdinglich, sich auch negativen Situationen zu stellen. Gerade für die Konfrontation mit sich selbst ist es die einfachste Möglichkeit, seine Gedanken zu verbildlichen. Das kann über ein Tagebuch oder einen Notizblock passieren, Hauptsache man hält seine Gefühle täglich oder situativ fest.

Natürlich kann man genauso aufmalen, wie man sich in bestimmten Momenten fühlt, für viele Menschen ist die Verschriftlichung allerdings einfacher. Bei diesem Detox-Schritt ist es wichtig, alles (!) niederzuschreiben und die Gedanken nicht durch einen Filter zu beschönigen. Selbst wenn am Ende kein klarer Satz, sondern nur einzelne Wörter auf der Seite stehen, ist es eine sehr ehrliche Auseinandersetzung mit sich selbst und eine Momentaufnahme der Psyche. Bei regelmäßiger Durchführung lehrt man sich selbst wieder, seine Gefühle zu ordnen, kann Dinge abhaken, die vorher nicht aus dem Kopf gelangten, und sieht im besten Fall einiges klarer.

3) Meditiere

Smartphones und Co. garantieren eine ständige Vernetzung, eine Reizüberflutung, bei der kein Ende in Sicht ist. Das kann sich auf Dauer in unterbewusstem Stress bemerkbar machen und der Psyche gar nicht die Chance zur Regeneration geben. Deshalb kann ein Reizentzug in Form von Meditation eine Option für den Geist sein, sich zu sammeln und von neuer Energie zu profitieren. Denn auch unterbewusste Gedanken sind anstrengend für den Körper, können sich negativ auf die Gesundheit auswirken und zu Erschöpfung führen.

Es gibt Retreats, während derer man komplett auf Kommunikation verzichtet und eine gewisse Zeit im Schweigen lebt. Doch auch tägliche Meditationseinheiten können schon für einen Unterschied sorgen und beispielsweise vor dem Schlafengehen das Erlebte verarbeiten. Am besten ist es, sich ganz bewusst Zeit zu nehmen und diese Entspannungsübungen eine Routine werden zu lassen. So gibt man der Psyche die Chance, zumindest einen Moment am Tag den äußeren Reizen zu entkommen und ganz bei sich selbst zu sein.